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Der Nil

Der Nil ist mit 6.670km der längste Strom der Welt. Er ist die Lebensander Ägyptens, denn sein Wasser und sein Dünger, der "Nilschlamm" machen aus dem Wüstensand fruchtbaren Ackerboden. Jahrtausende lang lebten die Menschen im Einklang mit dem großen Fluß, der ihnen einmal im Jahr mit der großen Flut den kostbaren Schlamm brachte, der alles überreich wachsen und gedeihen ließ.
Zu Zeiten der Überflutung hatten die Bauern einmal im Jahr eine Ernte, heute drei bis vier Ernten. Es fehlt also nicht nur der Nilschlamm, die Böden werden durch die intensive Bewirtschaftung zusätzlich verarmt.

Der Nil ist aber auch Fischfanggrund und ein wichtiger Verkehrsweg für die Ägypter. Mit Booten oder kleinen Segelschiffen (Felukken) sind sie auf dem Fluß unterwegs.

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Der Assuan-Staudamm und die Folgen

Das ökologische Gleichgewicht wurde empfindlich gestört, als Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst der alte Assuan-Staudamm und in den 60er Jahren mit Hilfe Rußlands der Hochdamm gebaut wurde. Durch den Staudamm tritt der Nil nicht mehr über das Ufer und der Nilschlamm bleibt aus, was zur Verarmung der Böden führt.

Der zum Staudamm zugehörige Nasser-Stausee bewirkt eine Klimaveränderung: 10% des Wassers, mit dem er gespeist wird, verdunsten. Das führt zur vermehrtern Wolkenbildung im Gebiet um Assuan. Ein weiteres, großes Problem ist der gestiegene Grundwasserspiegel. Das Wasser steigt in die Säulen und Mauern der alten Tempel auf. Hochgradig gefährdet ist der Luxor-Tempel, das Wasser ist nur noch 30cm entfernt. Sollte in den nächsten Jahren keine Lösung für das Problem gefunden werden, ist der Luxor-Tempel in 50 Jahren unwiederbringlich zerstört.

Durch den gestiegenen Grundwasserspiegel gelangt salziges Meerwaser in den Nil, was zum Anstieg des Bodensalzgehaltes führt.

Der Damm ist auch ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko. Wenn er zerstört wird, z.B. durch einen Anschlag, vernichen die freigesetzten Wassermassen das Land Ägypten in zwei bis drei Tagen.

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Der Nasser-Stausee

Der Nasser-Stausee fasst bis zu 200 Milliarden Kubikmeter Wasser. Für seine Entstehung mußten 120.000 Nubier ihre Heimat verlassen. Mit Hilfe der UNESCO wurden namenhafte Kulturgüter vor den Fluten gerettet, indem sie in spektakulären Aktionen in höher gelegene Bereiche umgesiedelt wurden. Das größte Projekt hierbei war der Abu Simbel Tempel. Dafür wurde der gesamte Tempel in Blöcke zersägt, abtransportiert und an einer höher gelegenen Stelle wieder aufgebaut. An dieser logistischen Meisterleistung waren 3.000 Menschen beschäftigt.

Einen kleinen ökologischen Lichtblick brachte der Nassersee wenigstens: Die vom Aussterben bedrohten Bestände an Nil-Krokodilen konnten sich erholen.