
Mit einem kleinen Motorboot sind wir zur Insel Düne herübergefahren. So eine Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Die Insel ist unbewohnt, wird aber trotzdem wohnlich genutzt: Es gibt einen Campingplatz und als wir dort waren, entstanden gerade einige Ferienhäuschen aus Holz.
Auf Düne gibt es im Norden und Süden zwei wunderbare, feine Sandstrände, immer wieder durchzogen von Strandhafer-Bewuchs. Strandhafer ist ein typisches Küstengewächs und wird gern angepflanzt, um Bodenerosionen am Strand zu verhindern bzw. abzumildern.
Man kann sich einen Strandkorb mieten und den Tag abgeschottet in kleinen "Buchten" aus Strandhafer verbringen und in der Nordsee baden. Ein Teil des Strandes ist auch für FKK zugelassen. Im Gegensatz zu anderen Nordsee-Badestränden sind auf Düne die Gezeiten kaum zu bemerken, so daß immer Bademöglichkeit besteht, unabhängig von Ebbe und Flut. Für das leibliche Wohl während eines Strandtages auf Düne sorgen zwei Restaurants. Im Gegensatz zu den anderen Nordseestränden sind die Strände auf Düne ein echter Geheimtipp. Wenig Tourismus auch in den Sommerferien, sehr sauber und ruhig.
Um die Insel vor weiterer Zerstörung und Landverslusten durch die See zu schützen, hat man an den sensibelsten Punkten Bollwerke aus Beton geschaffen: Dämme aus Tetrapoden. Hierbei handelt es sich um vierarmige Betonkörper, die "lose" ineinanderliegen und durch die Verzahnung ihrer Arme ineinander einen festen Damm bilden. Leider hat sich dieses Art des Küstenschutzes nicht bewährt, die Tetrapoden brechen zwar die zerstörerischen Wellen, können aber keinen Sand halten und durch Unterspülungen richten sie mitunter mehr Schaden an als Nutzen. Für den Naturschutz sind sie jedoch durchaus wertvoll: In den Zwischenräumen der Arme finden Meerestiere und Seevögel einen Lebensraum.
Auf Düne befindet sich der Leuchtturm Helgoland-Düne. Er wurde 1936 gebaut und ist immer noch in Betrieb. 1953 wurde er modernisiert und seit 1982 kann der Leuchtturm von Helgoland aus ferngesteuert werden.
Autos und Fahrräder gibt es auch hier nicht, aber einen kleinen Flughafen, von dem zweimal täglich eine Maschine verschiedene Ziele in der norrdeutschen Küstenregion anfliegt.
Obwohl Düne offiziell unbewohnt ist, gibt es einen Briefkasten, der täglich geleert wird: Der Inhalt mag wohl hauptsächlich aus Ansichtskarten der Urlauber bestehen und Schriftverkehr der beiden Restaurants. ;-)

Neben verschiedenen Seevögeln kann man am Strand Kegelrobben und Seehunde beobachten, die dort im seichten Wasser herzig miteinander spielen oder sich in der Sonne im Sand wärmen. Beide Tierarten gehören zur Familie der Hundsrobben und jagen teilweise den gleichen Fisch. Während Seehunde Küstenbewohner sind, durchstreifen Kegelrobben, von denen sich zur Zeit etwa 300 Stück regelmäßig in den schleswig-holsteinischen Küstenregionen aufhalten, bei der Nahrungssuche das Meer.
Die Kegelrobbe ist ausgewachsen mit einer Länge von etwa 3 Metern und 320kg Gewicht das größte Raubtier Deutschlands. Der Seehund hingegen bringt es auf etwa "nur" 100 kg. Außerdem haben beide Tiere eine etwas unterschiedliche Kopfform: der Kopf der Kegelrobbe ist spitz bis kegelförmig, deswegen ist sie zu ihrem Namen gekommen.
Seehunde und Kegelrobben haben kein dickes Fell, dafür aber eine ordentliche Speckschicht - den "Blubber" - , die sie vor Unterkühlung schützt. Vor einigen Jahren war besonders die Kegelrobbe akut vom Aussterben bedroht, aber mittlerweile hat sich der Bestand gut erholt.
Beim Beobachten der Tiere sollte man unbedingt einen gebührenden Abstand einhalten - mindestens 30m - denn so niedlich wie sie auch aussehen, sie können sehr ungemütlich werden. Insbesondere, wenn Jungtiere dabei sind.