
Das Bergdorf Valdemossa liegt im Westen Mallorcas, etwa 25km nördlich von Palma. Es ist vor allem wegen seines berühmten Kartäuser-Klosters und seines malerischen Unterdorfes bekannt.
Seinen Namen verdankt Valdemossa seinen einst arabischen Herrschern: Vall d'en Mussa - Tal des Musa. Musa war der Stellvertreter des Kalifen von Córboda und ließ hier fruchtbare Felder anlegen, wo auch heute noch Zitronen, Orangen und Gemüse angebaut werden. Im 14. Jahrhundert wurde das Land von den Christen zurückerobert. König Jaume II baute sich in Valdemossa eine Sommerresidenz und diese wurde nur kurze Zeit später den Kartäusern von Tarragona geschenkt. Das Gebäude wurde jedoch im Zuge des Verfalls des damaligen selbständen Königreiches zerstört und die Kartäuser begannen mit dem Auifbau eines Klosters. Die vorwiegende Beschäftigung der Kartäuser-Mönche bestand aus dem Abschreiben von Büchern. Ferner verfügte das Kloster über eine bemerkenswerte Klosterapotheke, die bis ins Jahr 1913 in Betrieb war, und einen schönen Klostergarten.
Die Schutzheilige von Valdemossa ist die heilige Catalina, geboren im Jahre 1531. Sie ist übrigens die einzige heilige Mallorquinerin überhaupt und wird von den Einheimischen dementsprechend glühend verehrt. Catalina Tomàs arbeitete als Magd auf dem Feld, hatte Visionen und soll Wunder vollbracht haben. Ein Adeliger aus Palma wurde auf sie aufmerksam und ließ sie religiös ausbilden. Im Alter von 21 Jahren wurde sie ins Augustinerinnen-Kloster aufgenommen und starb dort als einfache Nonne; mehrere Angebote der Äbtissinnenstelle hatte sie abgelehnt. Im Unterdorf Valdemossas findet man an fast jeder Hauswand Kacheln, die Szenen aus dem Leben der Heiligen Catalina zeigen.
Valdemossas berühmtesten Touristen waren im Winter des Jahres 1838/1839
die französische Schriftstellerin George Sand und ihr Geliebter, der polnische
Komponist Frédéric Chopin. George Sand folgte hier einer Empfehlung
von Bekannten, die meinten, Mallorca gut zu kennen. So waren Sand und Chopin
zunächst von der Landschaft und den Bewohnern Mallorcas begeistert, aber
diese Begeisterung legte sich sehr schnell. Bevor sie nach Valdemossa kamen,
lebten sie in der Nähe von Palma. Dort mußten sie ihre gemietete
Wohnung verlassen. George Sand, deren richtiger Name Aurore Lucile Lupin ist
- eine verheiratete Baronin Dudevant - bevorzugte es, in Valdemossa vorwiegend
Männerkleidung zu tragen und obendrein rauchte sie Zigarren. Und dann lebte
sie auch noch mit ihren beiden Kindern, einer Zofe und ihrem jüngeren Geliebten
zusammen - in einem Kloster! Das war zuviel für die konservative Landbevölkerung
und man machte ihnen das Leben in Valdemossa sehr schwer. Diese Erinnerungen
an Valdemossa beschrieb sie in ihrem Roman "Ein Winter auf Mallorca",
hier rechnet sie mit der ihr feindlich gesonnenen Landbevölkerung ab.
Chopin, der bereits zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens in Paris kränkelte,
litt auf Mallorca an Tuberkulose. Der nasse und kalte Winter war nicht unbedingt
förderlich für eine Genesung und auf Rat der Ärzte verließen
sie im Jahre 1839 ziemlich überstürzt die Insel.
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Nicht nur Kloster und Kirche sind in Valdemossa ein "Muß" für jeden Besucher, man sollte sich die Zeit nehmen und durch die beschaulichen Gassen zu spazieren, insbesondere im Unterdorf. Gepflasterte Straßen und Blumen prägen das Ortsbild von Valdemossa.