
Der Leuchtturm auf Pellworm wurde im Jahre 1907 erbaut. Er steht auf insgesamt 127, jeweils 13,5m langen Eichenpfählen, die im relativ weichen Grund (Wattenmeer) eine feste Verankerung für den Turm bilden. Darauf steht ein Betonsockel und dann folgt der eigentliche Turm, der mit dem Laternenhaus abschließt. Die über 600 gusseisernen Einzelteile wurden von der Isselburger Hütte, einem am Niederrhein ansässigen Unternehmen, angefertigt. Die Teile werden von etwa 16.400 Schrauben zusammen gehalten. Die Gesamthöhe beträgt 41,5m und die Leuchtfeueroptik befindet sich in 38m Höhe. Das Gewicht des Turms liegt bei etwa 150 Tonnen.
Seit 1977 wird die Beleuchtungsanlage ferngesteuert. Bis Sommer 2002 war Pellworm ein Richtfeuer mit Unterfeuer. Das Unterfeuer wird ausgestrahlt von einer 17m hohen Bake, die 1500m südlich vom Turm entfernt im Wasser steht. Im August des Jahres wurde das Licht umgestellt auf ein Leitfeuer mit drei Sektoren: Diese Navigationshilfe zeigt weißes Licht, wenn man auf richtigem Kurs ist. Wenn man rotes oder grünes Licht sieht, muß man den Kurs nach rechts oder links korrigieren.
Von Anfang an wird das Leuchtfeuer elektrisch betrieben. Früher wurde der Strom durch ein mächtiges Dieselaggregat erzeugt, welches auch zusätzlich die Insel mit Strom versorgte. Heute kommt der Strom für das Leuchtfeuer per Kabel aus dem öffentlichen Netz. Es gibt lediglich noch ein Notstromaggregat, falls mal der Strom ausfällt. Die Halogenlampen im Laternenhaus haben eine Brenndauer von je 2.000 Stunden.
Der Leuchtturm von Pellworm ist einer von vielen Leuchttürmen, die den Schiffen in der Nordfriesischen Nordsee den Weg weisen. Er ist baugleich mit den beiden bekannteren Leuchttürmen Westerheversand und Hörnum/Sylt.
Der Leuchtturm verfügt über insgesamt neun Etagen, die man "Decks" nennt, wie bei Schiffen. Neben dem großen Dieselaggregat und einigen weiteren technischen Gegenständen wurden einige der Decks als Wohnräume genutzt, die Arbeitern und Technikern, die am und im Leuchtturm zu tun hatten, als Herberge für die Dauer ihrer Tätigkeit dienten. Insbesondere im Winter war es in den Räumen sehr kalt - die Isolierwirkung der gusseisernen Wände konnte man getrost als nicht vorhanden bezeichnen.
Man kann den Turm nach Absprache besichtigen. Innen führen 158 Trepenstufen aus Holz nach oben bis zur äußeren Galerie, bis zu der man den Turm besteigen kann. Wenn man hier oben ist, hat man eine phantastische Aussicht und bei klarem Wetter kann man bis zum Festland hinüberschauen und sieht den Leuchtturm Westerheversand.
Während man die Treppen hinaufsteigt, lohnt sich auch immer wieder ein Blick aus einem der vielen kleinen Bullaugen-Fenster.
Seit 1998 hat der Pellwormer Leuchtturm nicht nur die Aufgabe, pünktlich und regelmäßig ab Einbruch der Dunkelheit seine Leuchtsignale zu senden, sondern in seinem Innern können heiratswillige Paare sich das Jawort geben. Dafür hätte ich mich auch begeistern können - schade, dass wir schon verheiratet sind *g* ;-)
Auf Deck 9 befindet sich das hübsch eingerichtete Trauzimmer. Neben dem Brautpaar und dem Standesbeamten haben bis zu sechs weitere Gäste Platz. Nach der Trauung steigt man hinab auf Deck 6, dort befindet sich das "Sektzimmer". Hier stößt man dann auf das junge Glück gemeinsam an.
Auch wenn Hochzeitszeremonien schon auf mehreren Leuchttürmen wie z.B. auch Westerheversand und dem Hörnumer Leuchtturm angeboten werden, gibt es auf Pellworm doch noch etwas Einzigartiges: In der Goldschmiede "Sonnenmond" kann man die Trauringe neben den üblichen Angaben wie Name und Hochzeitsdatum zusätzlich mit einem kleinen Leuchtturm gravieren lassen.
Mir hat auch diese Idee sehr gut gefallen. Da wir aber, wie gesagt, schon längst verheiratet sind und somit keine Eheringe mehr benötigen, habe ich mir dort einen Schmuckring gekauft, der innen den Leuchtturm eingraviert hat.
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