Die Hyazinthe ist ein Zwiebelgewächs und blüht in freier Natur im März bis April, je nach Sorte. Diese Blumen lassen sich wunderbar im Haus antreiben, und wenn man rechtzeitig genug damit beginnt, blühen sie zur Weihnachtszeit. Für die Anzucht gibt es zwei Varianten: Entweder Kultur im Hyazinthenglas oder im Blumentopf. Ich bevorzuge die Blumentopfmethode, die ist wesentlich sicherer und zuverlässiger. Im Glas faulen die Zwiebeln zu leicht. Neulich wurden also Hyazinthenzwiebeln gekauft. Die sehen so aus:

Hyazinthen duften herrlich und lassen dadurch bereits im Winter einen Hauch von Frühling erahnen. Das Antreiben von Zwiebelblumen auf der Fensterbank hat meine Großmutter mir gezeigt, schon als Kind war ich da begeistert bei der Sache.
In jedem Fall lohnt es sich, eigene Zwiebeln anzupflanzen, denn sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern verbreiten durch ihren einzigartigen Duft ein Gefühl von Frühling. Auch als Geschenk eignet sich eine selbst angepflanzte Hyazinthe bestens. Entweder in einem stilvollen Topf oder als Blumenstrauß stellt sie eine hübsche Überraschung dar. Denn schließlich ist es immer etwas besonderes, selbst gepflanzte Blumen zu verschenken. Auf diese Weise werden Blumen zu einer ganz persönlichen Überraschung.
Heute habe ich die Zwiebeln gepflanzt. Dazu habe ich die Tonblumentöpfe mit normaler Blumenerde gefüllt und die Zwiebeln hineigesetzt, und zwar so, dass das obere Drittel der Zwiebel noch herausschaut. Die Erde muß etwas festgedrückt werden, damit die Zwiebeln Bodenschluß bekommen.
Zur Veranschaulichung habe ich doch mal eine Zwiebel ins Glas gesetzt. Das Glas wird mit frischem Wasser gefüllt, aber nur so viel, dass es ca. 1cm unter der Zwiebel steht.
Die Hyazinthen müssen nun dunkel stehen - in der freien Natur haben sie ja 5-10 cm Erde über sich. Darum stehen sie jetzt im Keller.
Die heutige Kontrolle ergab, dass es den Zwiebeln gut geht. :-) In beiden Pflanzgefäßen tut sich schon was, es ist bereits eine kleine grüne Spitze oben an der Zwiebel zu sehen. Im Glas kann man schon deutlich lebendiges Wurzelwerk erkennen, dass sich Richtung Wasser reckt. Ich habe im Glas das Wasser gewechselt und es zuvor nochmal gründlich ausgewaschen. Von der Zwiebelunterseite habe ich einige der dünnen Schalenreste entfernt, die anfingen zu faulen. Ansonsten ist die Zwiebel aber gut in Schuß.
Im Topf darf das Wässern nicht vergessen werden. Auch hier muß man aufpassen, dass die Zwiebel möglichst trocken bleibt.
Die grünen Spitzen sind schon etwas gewachsen und sind nun deutlich zu erkennen. Noch stehen die Hyazinthen im Keller. Ich werde sie heraufholen, wenn die Triebe etwa doppelt so groß sind. Es ist ganz wichtig, dass die Zwiebeln dunkel stehen. Sonst treibt die Blüte vorzeitig aus und verkrüppelt.

Die Glaszwiebel muss ich im Auge behalten, sie hat anscheinden schon etwas zuviel Licht bekommen. Diese Zwiebel sieht übrigens nach wie vor gut aus, keine Faulstellen und das Wasser bleibt auch klar.
Heute habe ich die Töpfe aus dem Keller geholt. Die Triebspitzen schauen jetzt etwa 3 cm aus der Zwiebel heraus. Die Töpfe stehen am Fenster in einem nicht zu warmen Raum. Noch müssen die Triebe vor Licht geschützt werden, darum habe ich über jede Zwiebelspitze ein Papierhütchen gestülpt. Die Hütchen kann man im Gartenfachgeschäft kaufen oder selber basteln.

Da ich nur vier Hütchen habe, steht die Glaszwiebel im Küchenschrank. Sie sieht nach wie vor gut aus, das Wasser ist klar und frisch.
Die Triebe aus den Zwiebeln sind mittlerweile 2 - 4cm groß. Sobald sie das Hütchen von selber hochheben, nehme ich es ab. Die Blätter sind so hell, weil sie kein Licht bekommen.
Bei der Glaszwiebel kann man schon eine Knospe sehen.
Die Hütchen habe ich vorgestern abgenommen, bei einer Höhe des Triebes von 5 cm hoben sie sich ganz leicht vom Topfboden ab. Hier oben im Zimmer wachsen die Hyazinthen nun auch ein bißchen schneller, weil es wärmer ist als im Keller.
Die Töpfe hatte ich auf die Fensterbank im Eßzimmer gestellt und damit Bonnies Aussichtsplattform "verbaut". Die Strafe folgte auf dem Fuße, denn heute morgen lagen zwei Pflanzen mit zerschlagenen Töpfen auf dem Boden :-((

Nachdem ich feststellte, dass den Pflanzen nichts passiert war ausser dem Verlust einiger Wurzelausläufer, machte ich aus der Not eine Tugend und schaute einmal nach, wie sich die Wurzeln im Topf entwickelt hatten. Das Topfwurzelwerk war zu meiner Überraschung auch nicht mehr verwachsen als die Wurzeln im Glas, da hätte ich mit deutlich mehr Wurzelmasse gerechnet.
Nach dem Katzenschaden habe ich die Töpfe an unterschiedliche Plätze gestellt in der Hoffnung, dass Bonnie sich nun von ihnen fernhält. Der Topf und das Glas auf dem linken Bild stehen im (wochentags) unbeheizten Esszimmer und der Topf rechts im (beheizten) Wohnzimmer.

Die Blüten scheinen alle rosa zu werden. Den Zwiebeln kann man nicht ansehen, welche Farbe die Blüte einmal haben wird. Zu merken ist auch, dass die Hyatzinthen sich bei höherer Raumtemperatur deutlich schneller entwickeln. Leider halten sie sich bei Wärme nicht so lang, sodass ich die blühende Pflanze erstmal in einen kühleren Raum gestellt habe. Der Duft der Hyazinthen ist berauschend.

Nach der Blüte läßt man die Zwiebel im Topf, sie muß wieder kühler stehen. Es wird weiterhin mäßig gewässert und bei offenem Wetter verpflanzt man die Zwiebel in den Garten. Die Treiberei verlangt der Zwiebel sehr viel ab, daher ist es ratsam, in der nächsten Saison neue Zwiebeln zu verwenden.