
Der Igel gehört zu den ältesten Säugetieren der Welt. Sein Alter schätzt man auf 50 Mio. Jahren. In dieser Zeit hat er sich im Zuge der allgemeinen Evulotion verändert. Der Urzeitigel konnte sich noch nicht einrollen und besaß kräftige Beine, mit denen er sich hüpfend vorwärtsbewegte. Die Schnauze war wesentlich länger und er hatte einen Schwanz.
Der ursprüngliche Lebensraum ist vielfältig bewachsen. Dieser Lebensraum ist heutzutage durch die großen landwirtschaftlichen Nutzflächen häufig zerschnitten und zerstört. In unseren Gärten finden Igel zwar den vielseitig bewachsenen Lebensraum der ihnen behagt, aber so entstehen isolierte Igelvölker, denen Ausrottung durch Seuchen und Degeneration durch Inzucht droht. Viele Igel werden Opfer des Straßenverkehrs.
Die natürlichen Feinde des Igels sind der Uhu und der Dachs. Von Katzen geht keine Gefahr aus, ein Hund jedoch kann, seinem Jagd- und Beutetrieb folgend, einen Igel verletzen und sogar töten.
Im Garten bevorzugt der Igel abgelegene Ecken im Unterholz. Ein naturnaher, nicht penibel aufgeräumter Garten wirkt einladend auf den Igel. Hecken aus heimischen Gehölzen, Holzstapel und Haufen aus Geäst und Laub bieten ihm einen Lebensraum. Gefahren stellen Teiche mit Steilufer, nicht abgedeckte Gruben und Schächte, sowie Schädlingsgifte und Pflanzenschutzmittel, dar.
Junge Igel kommen blind und ohne Stacheln zur Welt. Bis zu sieben Junge bringt die Igelin nach 35-tägiger Tragezeit zur Welt. Nach etwa einem Monat verlassen sie ihr Nest zum ersten Mal unter Aufsicht der Mutter und nach drei Monaten sind sie völlig selbständig.
Von November bis März/April hält der Igel Winterschlaf in einem gut
isolierten Nest, dass er sich im Herbst aus Laub und Zweigen gebaut hat. Während
des Winterschlafes sinkt seine Körpertemperatur bis auf vier Grad Celsius
ab und der Herschlag reduziert sich auf acht bis neun Schläge pro Minute.
In der aktiven Zeit hat er eine Körpertemperatur von 35 Grad und das Herz
schlägt 180-200 mal pro Minute.
Für den Winterschlaf muß er sich gut vorbereiten und vor allem genügend
Fettreserven anlegen, sonst übersteht der den Winter nicht.
Der Igel kann bis zu sieben, acht Jahren alt werden, aber das ist eher die Ausnahme. Viele Igel (ca. 70%) sterben bereits im ersten Lebensjahr. Diejenigen, die das erste Jahr überleben, werden durchschnittlich fünf Jahre alt.
Der Igel ernährt sich hauptsächlich von Käfern, Larven, Regenwürmern und - leider weniger - von Schnecken. Er ist ein reiner Fleischfresser und frißt demzufolge keine Äpfel. Von der Zivilisationskost bevorzugt er Katzenfutter, das er auch gut verträgt. Keinesfalls sollte man einem Igel Milch geben, davon bekommt er Durchfall. Das Füttern der Igel soll die Ausnahme sein, wenn man z.B. im Spätherbst noch kleinere Jungigel draußen entdeckt. Ab 500g Gewicht hat ein Igel Chancen, den Winterschlaf zu überleben. Beenden sollte man die Zufütterung, wenn die Nachttemperatur mehrere Tage unter dem Gefrierpunkt liegt, damit die Schlafbereitschaft einsetzt: Die Verdauungsorgane müssen leer sein, damit es nicht zu Gärung und Fäulnisprozessen im Körper kommt.
Einen Igel in häuslicher Gefangenschaft zu halten ist laut Bundesnaturschutzgesetzt § 20 verboten. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn man einen verletzten oder kranken Igel findet. In diesem Falle wendet man sich am besten umgehend an den Tierarzt. Der kranke Igel darf in häuslicher Gefangschaft gesundgepflegt werden, muß dann jedoch wieder an die freie Natur gewöhnt und ausgewildert werden.