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Begriff und Herkunft

Der Begriff "Wappen" entstand im Mittelalter und ist gleichbedeutend mit "Waffen". Durch die alles verhüllenden Rüstungen der Ritter bestand die Notwendigkeit eindeutiger Erkennungszeichen, um im Krieg oder bei Turnieren Freund und Gegner eindeutig identifizieren zu konnen. Wappen sind unveränderliche Bildkennzeichen des Trägers, meistens Darstellungen von mittelalterlichen Waffen und weiteren symbolischen Elementen. Die geeignete Fläche für die Anbringung dieser Erkennungszeichen war der Schild, später fanden sich diese Erkennungszeichen auch auf Kleidung und Pferdedecken des Wappenträgers. Im 14. Jahrhundert verlor das Wappen für Kriegszwecke seine Bedeutung. Die personenbezogenen Wappen der damaligen Ritter entwickelte sich zu Familienabzeichen, welche von den Vätern auf die Söhne übertragen wurde. Hier besteht auch ein enger Zusammenhang zu den erblichen Familiennamen.

Ab dem 16. Jahrhundert verlor das Wappen seine Bedeutung und wurde erst im 18./19. Jahrhundert wieder populär, aber nicht als Kriegererkennungszeichen, sondern als Symbol für Städte, Zünfte oder Gewerbetriebe, beispielsweise Winzereien und Brauereien. Auch das Familienwappen kam zu neuen Ehren.

Die Wappenkunde - Heraldik - ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine eigenständige Wissenschaft mit Beziehungen zu anderen Wissensgebieten, beispielsweise zur Genealogie (Ahnenforschung), Numismatik (Münzkunde), Geografie, Kunst- und Kirchengeschichte, Waffenkunde, sowie Geschichte allgemein. Der Begriff "Heraldik" kommt von Herold. Der Herold war im Mittelalter ein höfischer Beamter, der z.B. auf Turnieren die Ritter auf Turnierfähigkeit überprüfte und das Wappenregister führte. Der Herold überwachte die rechtmäßige Wappenführung.

Die verwendeten Symbole und Farben haben auf sehr alten Wappen - in den meisten Fällen keine besondere Bedeutung. Die Wahl der jeweiligen Farben und Symbole lässt keinen Schluß auf Allgemeingültigkeit zu, obwohl sich viele Wissenschaftler und Gelehrte immer wieder an Erklärungen versucht haben. Die in der Neuzeit enstandenen Wappen weisen häufig Symbole auf, die mit der Familiengeschichte verknüpft sind oder den Beruf des Wappengründers darstellen.

Beim Versuch, gerade Familienwappen zu deuten, muß also immer wieder von Irrtümern und Zufällen ausgegangen werden, was sowohl Farbe und Symbole bedeuten, als auch die Klärung der Herkunft. Vielfach wurden Wappen in der Vergangenheit widerrechtlicherweise aus dem Frauenstamm (Cognaten) geführt. Das Aussehen des Wappens ist zwar durch die Wappenbeschreibung festgelegt, die zeichnerische Darstellung variiert dagegen, vor allem in Hinblick auf die verschiedenen Zeitepochen (Früh- und Spätgotik, Renaissance, Neuzeit). Der Wappenzeichner hat viel "künstlerische Freiheit", insbesondere bei Helmdecken, aber auch bei Schildinhalt und Helmzier. Wappenrecht und Wappenführung

Wappenbestandteile

Ein Wappen besteht aus zwei wesentlichen Hauptteilen:

  1. Dem Schild, und
  2. dem Oberwappen, bestehend aus Helm, Helmdecken und Helmzier und ggfls. Rangabzeichen.

Diese Elemente gehören zu einem vollständigen Familienwappen, mit dem ich mich hier auch schwerpunktmäßig befassen möchte. Es gibt aber durchaus Wappen entweder ohne Schild oder ohne Helm. Wenn man jedoch den Helm verwendet, gehören Helmdecken und Helmzier unbedingt dazu. Städte- und Länderwappen haben meistens nur den Schild abgebildet.

Heraldische Pracht- oder Prunkstücke

Bei diesen heraldischen Bestandteilen handelt es sich um:

  1. Schildhalter, meist in Form von menschlichen und tierischen Figuren. In Deutschland sind Schildhalter auf die Familienwappen der Adelsgeschlechter beschränkt.
  2. Wappenmäntel und -zelte, das sind dekorative "Stoffdrapierungen" , die um das Wappenschild herum geführt sind. Die Wappenmäntel sind eine französche Erfindung aus dem 17. Jahrhundert.
  3. Fahnen, die hinter dem Wappen angebracht sind oder von Schildhaltern getragen werden.

Dieses "Zubehör" wurde eingesetzt, um Freiräume auszufüllen und das Wappenbild geschlossen zu gestalten. Heraldisch gesehen hat es keine Bedeutung. Nicht selten wurde zuviel des Guten getan und das Wappen wirkt für den heutigen Geschmack hoffnungslos überladen und kitschig.

Wappensprüche (Devisen

Wappensprüche sind in der englischen Heraldik sehr oft zu finden und erfreuen sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um bekannte Wahlsprüche der Herrscher, z.B. in Preußen "suum cuique (Jedem das Seine) oder "Gott mit uns" in England. Jeder Wappeninhaber kann einen Wappenspruch annehmen. Angebracht wird er normalerweise unterhalb des Schildes auf einem weißen Band mit schwarzen Buchstaben oder in den Farben des Wappens. Eine Variante der Devisen sind die Bilddevisen. Das sind Abzeichen, die neben oder über dem Schild angebracht werden. Sie kommen oft in Verbindung mit einem Wort daher.

Wappenbeschreibung

Die Beschreibung eines Wappens erfolgt nach einer ganz bestimmten Terminologie. Der Heraldiker nennt diesen Vorgang ein Wappen blasonieren. Blasonierung ist die genaue und eindeutige, standardisierte Beschreibung eines Wappens unter Verwendung festgelegter Begriffe.
Dabei wird das Wappen immer aus Sicht des Trägers beschrieben, d.h. das, was der Betrachter links sieht ist demnach rechts. Anhand einer solchen Blasonierung ist ein Wappenkünstler in der Lage, ein Wappen ohne weitere (grafische) Vorgaben zu zeichnen.

Die Blasonierung des Wappens erfolgt stets in dieser Reihenfolge:

  1. Beschreibung des Schildes, wie er beschaffen ist, z.B. gspalten oder geteilt. Der Verlauf der Beschreibung beginnt in der rechten oberen Ecke und endet auf dem unteren linken Schildrand.
  2. Bezeichnung der Figuren, der Hauptfigur
  3. Beschreibung des Oberwappens (Helmzier, Helmdecken) und eines eventuell vorhandenen Wappenspruchs.