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Die Helmzier oder Crest

Schwingen Schwingen

In Deutschland findet man die Helmzier im Wesentlichen auf Familienwappen. Gelegentlich haben allerdings Städtewappen eine Helmzier, z.B. Hamburg oder Lübeck. Die Möglichkeiten der verwendbaren Bilder ist, wie beim Schildinhalt, mannigfach. Besonders häufig werden jedoch Hörner oder Adlerschwingen verwendet. Der Ursprung der Helmzier ist dadurch entstanden, dass man im 13. Jahrhundert die die seinerzeit verwendeten Topf und Kübelhelme mit plastischen Figuren verzierte. Diese Verzierung hatte oft ein kammartiges Aussehen. Aus der Ableitung des Wortes "Kamm" = crista (lat.) créte /franz.) crest (engl.) entstand die Bezeichnung Crest für Helmzier. Die zeichnerische Darstellung der Helmzier richtet sich nach dem Helm - wenn dieser von vorn gezeigt wird, darf die Helmzier nicht in Seitenansicht gezeigt werden.

Rang- und Würdezeichen

das sind in erster Linie Kronen. In der Heraldik kennt man folgende Kronenformen:

Krone

Krone

Eine spätere Erfindung sind Mauer-, Schiffs- und Palisadenkronen, die zwar vielfach heraldisch abgelehnt werden, jedoch durchaus ihre Verbreitung auf Städtewappen finden. Das Wappen der Familie von der Ohe enthält einen Eichenzweig, der einer Krone sehr ähnelt, aber keine ist.

Wulst

wulst

Hierbei handelt es sich um einen gedrehten "Stoffstreifen" in in Form eines Kranzes, bestehend aus zwei Farben. Eingesetzt wird dieses Element seit der Spätgotik.Der Wulst wird auch "Bausch" oder "Bund" genannt. Die Farben des Wulstes stimmen mit denen der Helmdecke überein. Der Wulst hat in der englischen Heraldik eine besonders große Bedeutung, hierzulande wird er oft "optinal" eingesetzt. Das Wappen der Familie von der Ohe enthält einen Wulst.

Der Helm

Der Helm war der wesentliche Schutz der Krieger vom 12. bis ins 16. Jahrhundert hinein. Im Lauf der Zeit änderte sich die Form des Helmes. Waren die ersten Helme noch sehr schlicht und kantig, mit schmalen Sehschlitzen ausgestattet (Topfhelme), wurden sie später "komfortabler": Der Helm wurde der Kopfform angepaßt und die Sehöffnung wurde größer gehalten, für den Schutz wurde die Sehöffnung mit Bügeln versehen. Auf der Zeichnung links: ein sogenannter "Bügelhelm", der auch das Wappen der Familie von der Ohe ziert.

Die Helmdecken

Schild

Als Helmdecken bezeichnet man den Nackenschutz des Helmes. Die Helmdecke im Wappen beginnt stets am Kopf des Helmes, als Verlängerung der Helmzier. Die Farben entsprechen denen des Schildes, jedoch trifft dieses besonders in der älteren Heraldik nicht immer zu. Die Ausseite der Helmdecke ist in Farbe und die Innenseite (das Futter) ist Metall. Manchmal ist die Helmdecke gemustert mit kleinen Figuren wie Kreuzen, Blättern etc., wenn der Schild ebenso gemustert ist.

Der Schild (Plural: Die Schilde)

Schild

Nach geschichtlicher Entwicklung ist der Schild der Hauptbestandteil des Wappens, er kann und wird auch alleine verwendet. Der Schild ist die älteste Schutzwaffe de Kriegers. Die beiden Urformen des Schildes sind das Rechteckschild und das Rundschild, die jedoch heraldisch noch keine Bedeutung hatten. Aus dem Rundschild (um 1000 n.Chr.) entwickelten sich weitere Schilder, zunächst das mandelförmige sog. "Normannenschild" im 11. Jahrhundert. Ende des 12. Jahrhunderts entwickelte sich daraus das "Dreieckschild" Auch auf Grund der immer perfekter werdenden Körperbepanzerung wurden die Schilde immer kleiner, vor allem die Spitze verkürzte sich beachtlich. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts war er als Schutzwaffe des Reiters völlig verschwunden. Eine Besonderheit in der englischen und französischen Heraldik ist das Rautenschild, welches nur den Frauen vorbehalten war. Es wurde erfunden, weil des den seinerzeitigen Herolden als ungehörig erschien, dass Frauen einen Kriegs- oder Turnierschild führten.