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Die Entstehung der Heide

Vor etwa 2.500 Jahren waren die heutigen Heideflächen dicht bewaldet, hauptsächlich mit Birken und Eichen. Durch die Besiedling wurden hier und da einige Flächen abgeholzt, aber in vergleichsweie geringem Maße

Vor ca. 500 Jahren begann der Mensch, die noch bestehenden Wälder verstärkt und systematisch zu roden, um Brennholz, Acker- und Weideland für das Vieh zu gewinnen. Ein enormen Holzbedarf hatten im ausgehenden Mittelalter auch die Salinen in Lüneburg.

Die Abholzung und die gleichzeitig intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flächen laugten die Böden im Lauf der Jahrzehnte aus. Dreifelderwirtschaft kannte man noch nicht, es wurde ein und dieselbe Gereideart solange hintereinander auf die gleiche Fläche angebaut, bis die Erträge irgendwann ausfielen. Nur anspruchslose Pflanzen, wie die Besenheide (calluna vulgaris) gedieh auf dem kargen Boden gut und verbreitete sich mit der Zeit flächendeckend.

Genaugenommen sind die heutigen Heideflächen also Folge einer ökologischen Katastrophe, verursacht durch den Menschen.

Heidebauernwirtschaft

Durch die zunehmende Ausbreitung entwickelte sich in der Heide ein ganz spezielle Form der Landwirtschaft, angepaßt an die kargen Verhältnisse der Heide: Die sogenannte Heidebauernwirtschaft. Heidschnuckenhaltung, Imkerei und der Anbau von Getreide (Roggen, Buchweizen und Rauhafer) waren die typischen Arbeitsgebiete der Heidebauern. Die Heidschnucken verbrachten den Sommer auf den Heideflächen und den Winter in den typischen Schafställen, deren Dach bodenbündig endet. Zur Isolierung und als Bodenabdeckung für die Schafe verwendete man die oberste Schicht des Heidebodens, die dünn abgeschält wurde, die sogenannte Plaggenheide.

Plaggenhauen war ohnehin nicht gerade ressourcenschonend - es dauerte 20 bis 40 Jahre, bis sich die Heidefläche regenerierte, denn gerade die obersten Schichten des Bodens, die abgetragen wurden, enthielten die wertvollsten organischen und mineralischen Bestandteile.

Als Einstreu verwendete man die Heidebüschel, die dicht über der Oberfläche mit der Sense abgemnäht wurden. Diese Streuheide wurde im Lauf des Winters mit den Ausscheidungen der Heidschnucken durchsetzt. Den so entstandenen Mist brachten die Heidebauern als Dünger auf ihre Felder auf.

Abgemähte Flächen zur Gewinnung von Streuheide haben sich nach 5 bis 6 Jahren wieder regeneriert.

Noch bis Ende des 18. Jahrhundert prägte die Heidebauernwirtschaft die hiesigen Strukturen.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts begann man, die Heideflächen systematisch aufzuforsten, hauptsächlich mit Kiefern. So entstanden wieder große Waldgebiete in der Lüneburger Heide. Die verbliebenen Heideflächen werden intensiv gepflegt und stehen unter Naturschutz. Auch der typische säulenförmige Wachholder wurde erst im Nachhinein angepflanzt.

Tourismus

Heutzutage ist Heidebauernwirtschaft längst kein Wirtschaftsfaktor mehr. Die Heide lebt vielmehr vom Tourismus. Am größten und bekanntesten ist der Naturschutzpark Südheide, der sich über die Gebiete Müden/Örtze, Herrmannsburg und Unterlüß erstreckt. Ein bekanntes Ausflugsziel ist der "Wilseder Berg". Hier ist das Autofahren verboten, aber man kann romantische Ausflüge mit der Pferdekutsche unternehmen.

Die Heideflächen bei Amelinghausen sind nicht sehr groß, aber durch die alljährliche Wahl der Heideblütenkönigin ist dieser Ort weit über die Gebietsgrenzen hinaus bekannt. Hier startete auch die Karriere von Jenny Elvers, einer ehemaligen Heideblütenkönigin.

Ein noch erwähnenswertes Heidegebiet ist Ellerndorfer Wachholderheide. Das Besondere an diesen Heideflächen ist der sehr hohe Bestand an Wachholder, der teilweise schon über hundert Jahre alt ist. Die leicht hügelige Landschaft entstand in der letzten Eiszeit. Ich habe das Glück, nur einen Katzensprung entfernt von diesem schönen Gebiet zu leben, alle Fotos auf dieser Seite habe ich dort gemacht.