zum Hauptmenü springen

Die Heidschnucke

Eintypischer Anblick auf den Heideflächen sind die Heidschnuckenherden.
Die Heidschnucke stammt vom Europäischen Wildschaf, dem Mufflon, ab. Es gibt unterschiedliche Heidschnuckenrassen; hier in der Heide ist die Graugehörnte Heidschnucke heimisch.

Die Heidschnucken "pflegen" die Heideflächen durch ihren Verbiss, indem sie die Heide auf eine Höhe von ca. 20 cm kurzhalten und dadurch gleichzeitig den Neuaustrieb fördern. Es gibt fünf oder sechs Heidschnuckenherden in der gesamten Lüneburger Heide, wovon einige dem Verein "Naturschutzpark Lüneburger Heide" gehören und der Rest sich in privater Haltung befindet.
Eine Heidschnuckenherde besteht aus ca. 300 weiblichen Schnucken und einigen Böcken. Jedes Jahr werden in einer solchen Herde etwa 400 Lämmer geboren.

Einmal im Jahr - zum Sommeranfang - werden die Schnucken geschoren. Dieses geschieht aber aus hygienischen Gründen und nicht aus wirtschaftlichen Interessen, denn das Fell ist sehr hart und rauh und somit kaum gewinnbringend zu vermarkten. Verwendet wird die Heidschnuckenwolle heutzutage, um daraus Teppiche oder ökologische Dämmstoffe herzustellen.

Etwas lukrativer ist der Verkauf des Heidschnuckenfleisches. Abnehmer sind hauptsächlich die Gastronomie, Schlachterläden und Privatleute im Direktverkauf. Heidschnuckenfleisch ist sehr aromatisch. Wenn ich den Geschmack beschreiben soll, so wäre das in etwa eine Mischung aus Lamm und Reh. Wer's probieren möchte: Unter Heiderezepte gibt es ein erprobtes Rezept aus meiner Experimentalküche ;-)

Heidschnuckenhaltung ist heutzutage ein Wirtschaftszweig, der ohne Subventionen und Einnahmen aus der Touristik nicht mehr existieren kann. Sie lebt vom Enthusiasmus und Idealismus der wenigen Schäfer.